MUSEN: ein Open-Source-Framework für GPU-beschleunigtes DEM
Projektumfang: Grundlegende Software-Beschreibung von MUSEN. Behandelt Architektur, Solver-Design, Parallelisierungsstrategie und Benchmark-Ergebnisse auf CPU- und GPU-Hardware.
Wie MUSEN eingesetzt wurde: Das Paper stellt das Framework selbst vor: GPU-Offload für Kontaktdetektion und Kraftberechnung, Multicore-CPU-Fallback und eine plattformübergreifende GUI/CLI für Szenenaufbau und Simulationssteuerung.
Wie MUSEN geholfen hat: Schuf ein frei verfügbares, offen lizenziertes DEM-Framework, das auf weit verbreiteter Hardware bis in den Millionen-Partikel-Bereich skaliert und so die Einstiegshürde für DEM-Nutzende in Forschung und Industrie senkt.
Praktische Erkenntnis: Wenn Ihr Projekt DEM mit hoher Partikelzahl ohne kommerziellen Lizenz-Overhead braucht, bietet MUSEN eine validierte, performante Basis.
Quelle: Dosta & Skorych, SoftwareX 13 (2020) 100618
Netzfreie mikromechanische Modellierung inverser Opalstrukturen
Projektumfang: Vorhersage des mechanischen Verhaltens inverser Opale (eine poröse, periodische Mikrostruktur) unter Last, ohne aufwendige Finite-Elemente-Vernetzung des komplexen Porennetzwerks.
Wie MUSEN eingesetzt wurde: Bonded-Particle-DEM bildete das poröse Skelett direkt ab; Lasten wurden aufgebracht und Verformung, Bindungsbruch sowie effektive Steifigkeit aus der Simulation ausgewertet.
Wie MUSEN geholfen hat: Netzfreies DEM umgeht die geometrische Komplexität der Vernetzung und erfasst diskrete Versagensereignisse auf Bindungsebene auf natürliche Weise.
Praktische Erkenntnis: Für poröse oder hierarchische Strukturen, bei denen Vernetzung schwierig ist, ist Bonded-Particle-DEM in MUSEN eine valide Alternative für mikromechanische Studien.
Quelle: Dosta et al., Int. J. Mech. Sci. (2021)
Dreiphasen-DEM von Ultrahochleistungsbeton (UHPC)
Projektumfang: Numerische Studie zum mechanischen Verhalten von UHPC, bei der der Beton als gekoppeltes Dreiphasensystem (Matrix, Zuschlag, Übergangszone) auf Partikelebene dargestellt wird.
Wie MUSEN eingesetzt wurde: Ein dreiphasiges Bonded-Particle-Modell wurde in MUSEN implementiert und gegen gemessene UHPC-Spannungs-Dehnungs-Antwort einschließlich Versagensmoden kalibriert.
Wie MUSEN geholfen hat: Der Bonded-DEM-Ansatz reproduzierte Mikrorissbildung und die Rolle der Interfacial Transition Zone im UHPC-Versagen und lieferte damit einen Mikro-Einblick, den reine Kontinuumsmodelle nicht bieten.
Praktische Erkenntnis: Für Verbund- oder Mehrphasenmaterialien mit kritischem Grenzflächenverhalten ist Dreiphasen-Bonded-DEM in MUSEN eine sinnvolle Ergänzung zu Kontinuumsmodellen.
Quelle: Rybczynski et al., Structural Concrete (2020)
Mikromechanische Analyse der Walzenkompaktion mit DEM
Projektumfang: Partikelaufgelöste Untersuchung des Walzenkompaktionsprozesses in der Trockengranulation. Behandelt Partikelfluss in den Walzenspalt, Porositätsverteilung in Kompaktierzone und Schülpe sowie Druckverteilung auf den Walzen.
Wie MUSEN eingesetzt wurde: Ein elasto-plastisches Kontaktmodell wurde gegen Materialdaten kalibriert und auf eine Walzenkompaktor-Geometrie in MUSEN angewendet. Die Simulation löste Partikelumordnung, Verdichtung und Spannungsaufbau beim Durchgang durch die Walzen auf.
Wie MUSEN geholfen hat: Durch die Verfolgung des Partikelverhaltens in der Kompaktierzone wurden lokale Porositäts- und Druckverteilungen sichtbar, die Bulk- oder Kontinuumsmodelle nicht auflösen können. Das stützt ein besseres Verständnis davon, wie Betriebseinstellungen die Schülpenqualität formen.
Praktische Erkenntnis: Für Trockengranulationsstudien, bei denen die Schülpenqualität von lokaler Verdichtung und Spannungsfeldern abhängt, liefert DEM mit einem kalibrierten elasto-plastischen Kontaktmodell einen Prozesseinblick, den reine Kontinuumsansätze nicht liefern.
Quelle: Eichler et al., Powder Technology 398 (2022) 117146